Saengerin Ruth Megary mit Marille Rüb (links) ©Foto : Artistas-FilmSaengerin Ruth Megary mit Marille Rüb (links) ©Foto : Artistas-Film

Große Gefühle in der Mozartstadt: Verstohlen wischte sich der einstige Olympiasieger Manfred Schnelldorfer in einem Braugasthaus in der Innenstadt die Rührung aus den Augen, acht Kilometer entfernt vergoss Sängerin und Entertainerin Ruth Megary später in einer denkmalgeschützten Schlossanlage Tränchen des Glücks …

Gloria Gray und Olympiasieger Manfred Schnelldorfer bei der Vernissage in der Goldenen Kugel Foto: Artistas-Film
Gloria Gray und Olympiasieger Manfred Schnelldorfer bei der Vernissage in der Goldenen Kugel Foto: Artistas-Film

Prominente Enthüllungen. Münchens Maler Nummer Eins, Wolfgang Prinz, Original und Kultfigur, Markenzeichen: Trachtenhut mit bunten Blumen –  „Der Malerprinz“ mit Faible für Portraits und Gesichter hochrangiger Persönlichkeiten und bekannt für seine legendäre „Schönheitsgalerie“, an der er seit vier Jahrzehnten arbeitet – lud ein zur geheimnisvollen Dreifach-Enthüllung in der „Goldenen Kugel“.

Jede Menge VIPs hat er schon auf Leinwand verewigt, unter anderem Anfang der 80er Jahre den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und Volksschauspieler Gustl Bayrhammer, es folgten unter anderem Schauspielerin Michaela May, die Schauspielbrüder Fritz und Elmar Wepper. Bei seinem Spezl Walter Bankhammer in der „Goldenen Kugel“ (weitere Niederlassung in Prinz Heimatstadt Berchtesgaden) in der Judengasse wurden nun drei weitere Gemälde erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Allen voran das der ehemaligen neunfachen Rodel-und-Bob-Weltmeisterin Susi Erdmann. Die Susi ist mir vor 20 Jahren insgesamt neun mal Modell gesessen, dann bin ich in ein Loch gefallen, weil sich eine Frau von mir getrennt hat, dazu hatte ich gesundheitliche und finanzielle Probleme und habe nur noch Auftragsarbeiten angenommen“, gibt der Künstler zu. Jetzt wurde das „Buidl“, wie er seine Kunstwerke gerne nennt, endlich fertig. „Schade, dass die Susi verhindert ist und nicht dabei sein kann“, bedauert der Promi-Maler.

Gloria Gray – unterwegs mit ihrer Schwester Gina, die in Amerika lebt und für ein paar Wochen zu Besuch bei der Entertainerin und Autorin ist, scherzte: „Wir sind seit 30 Jahren künstlerisch verbandelt, seit Jahren liege ich ihm Modell, ich hoffe, dass ich die Fertigstellung noch erleben darf“. Seine Arbeiten findet sie: „Präzise und ausdauernd, das kann kaum mehr einer, das ist wirklich noch Handarbeit“. 

Auch das Antlitz von Manfred Schnelldorfer wird bereits seit sechs Jahren mittels Pinsel und Ölfarben festgehalten. Für ihn wurde es dann ein bisserl emotional, als er das Bildnis von Claudia Schwarz enthüllen durfte.

 
Geheinmisvolle Bildenthüllung in der Goldenen Kugel in Salzburg Foto : Artistas-Film
Gloria Gray, Manfred Schnelldorfer, Wolfgang Prinz: Geheinmisvolle Bildenthüllung in der Goldenen Kugel in Salzburg Foto : Artistas-Film

Denn: Zwei Jahre lang waren der ehemalige Olympiasieger und Weltmeister im Eiskunstlauf und die rassige Künstlerin ein Paar, bis sie 2003 plötzlich und unerwartet verstarb. „Ihr Portrait berührt mich jetzt, sie ist gut getroffen, wir hatten eine ganz große Liebe und wollten heiraten“, gesteht der Münchner.

Wolfgang Prinz, seine Ausstellung ist noch bis zum 11. Juli 2023 in der „Goldenen Kugel zu bewundern, erklärt derweil die Hintergründe zur Leinwand-Entblößung Nummer drei  – ein Selbstportrait.

„Ich wollte immer einen Jesus malen! Die meisten Jesus-Darstellungen sind falsch, ich habe da ganz viel recherchiert und bin mir selbst Modell gestanden, hab mich vor dem Spiegel gemalt,  mit Bart und langen Haaren – es ist eines meiner größten Werke“

Demnächst gibt’s noch mehr von „Prinzens Schönheiten“ und „Prinzens Bajuwaren“ (ein Original kostet zwischen 10.000 und 100.000 Euro). Denn: „Auch die Gemälde von Christine Neubauer und Franz Beckenbauer sind fertig und werden jetzt dann öffentlich vorgestellt“, sagt er. Weitere bekannte Wolfgang-Prinz-Modelle:  Hansi Kraus und Sängerin Ruth Megary.

So eine Ehre“, jubelte Letztere, „was ich in meinem Alter noch alles machen darf!

Gerade stehe sie ja auch für einen Dokumentarfilm der Schauspielerinnen und Filmemacherinnen Claudja Porpaczy und Yvonne Hotz (Artistas-Film) vor der Kamera und mache noch ein weiteres Fotoshooting fürs BikiniARTmuseum in Bad Rappenau (Baden-Württemberg) in antiker Bademode, zählt sie ihre weiteren Projekte auf.

Fürs BikiniARTmuseum (kurz BaM; Gründer: Alexander Ruscheinsky) – hier werden unter anderem 400 bemerkenswerte Bademoden-Exponate gezeigt, wie der legendäre rote „Baywatch“-Badeanzug von Pamela Anderson oder die Badehose ihres Schauspielkollegen David Hasselhoff – stand Ruth Megary bereits 2018 im Nordbad und im Frühjahr diesen Jahres im Hotel „Mariandl Singender Wirt“ im Bayerischen Wald Modell.

Ein berührender, unvergesslicher Augenblick für die 100-jährige Ruth Megary!

Mit ein paar engen Freunden wie Manfred Schnelldorfer oder Gloria Gray ging es nach der Wolfgang-Prinz-Vernissage in der Mozartstadt gleich weiter. Zu  ihrem großen  Geburtstag am 7. Mai hatte sich Ruth Megary gewünscht, noch einmal nach Salzburg zu fahren. Zum Schloss Kleßheim. Dorthin, wo sie auf der Siegesfeier der Alliierten 1945 ihren ersten Auftritt hatte.

Auch an ihrer Seite: der niederbayerische Schauspieler Johannes Berzl, der in Kürze für einen 90-Minüter für die ARD vor der Kamera steht und schwärmt: „Die Ruth ist so bewundernswert lebensfroh und agil, sie ist einzigartig“.

Wolfgang Prinz, Ruth Megary, Johannes Berzl Foto : Artistas-Film
Wolfgang Prinz, Ruth Megary, Johannes Berzl Foto : Artistas-Film

Die quirlige Sängerin, Schauspielerin und Conférencieuse winkt aufgeregt. Und deutet auf die Marmortreppe im Foyer. „Schaut mal her, genau hier bin ich gestanden und habe gesungen, ich hatte ein langes, beige-glitzerndes Abendkleid an.

In den edlen Räumlichkeiten befinden sich seit 1993 Roulette- und Pokertische, Spielautomaten und was der Glücksspiele auf hohem Niveau mehr sind. Absolutes Fotoverbot inklusive.

Für Lady Ruth wurde eigens ein kleiner Thron bereitgestellt; später gab es für sie noch eine exklusive Führung durchs barocke Casino-Salzburg-Schlösserl.

Marketing- und Sales-Mitarbeiter Rene Brunner erläuterte dabei, dass die Gesamtanlage Kleßheim samt des Parks unter Denkmalschutz stehe, und das Schloss 1965 bereits als Kulisse für den Film ‚Das große Rennen rund um die Welt‘ mit den Schauspielern Jack Lemmon, Tony Curtis und Peter Falk gedient habe.

Was  für eine Architektur, so reichhaltig wie mein Leben“, staunte Ruth Megary. „Dass ich das alles nochmals sehen darf, geht mir sehr nahe! Ich hab ja damals am Mozarteum studiert und nebenher bei den Amerikanern im Pferdepark gearbeitet, mein Vater hat mir schon früh Englisch beigebracht, dafür bin ich ihm heute noch dankbar“, betont die gebürtige Schwabingerin.

Ende 2019 ist sie von ihrer beschwerlich gewordenen Stadtwohnung (4. Stock ohne Aufzug) zu ihrer Freundin, der Bildhauerin Marille Rüb, nach Haselbach bei Straubing aufs Land gezogen.

Saengerin Ruth Megary mit Marille Rüb (links) ©Foto : Artistas-Film
Saengerin Ruth Megary mit Marille Rüb (links) ©Foto : Artistas-Film

Zum Abschluss schmettert Showgirl Megary ein weiteres Mal „Summertime“ von George Gershwin – jenes Lied, das damals ihre Karriere ins Rollen gebracht hat. Seither habe der Song sie begleitet, genauso wie die Freude und der Nervenkitzel, die sie verspürte, als sie zum ersten Mal vor Publikum gesungen hat.

Diesen Moment werde sie nie vergessen, sagt sie gerührt und wischt sich eine Träne aus den  Augen. Und: „So viel ist inzwischen passiert – doch wenn ich zurückblicke: Ich hatte immer Glück, so viel Glück – fröhlich alt zu werden ist mein größtes Geschenk. In zwei Jahren will ich bitte nochmals her, da sind dann 80 Jahre vergangen seit meinem ersten Auftritt“.

Entertainerin, Autorin und seit 30 Jahren Megarys Langzeit-Weg-Begleiterin, die 1,82 Meter große Gloria Gray beugt sich zu der zierlichen Sängerin herab und gibt ihr ein Busserl auf die Wange. Als Zeichen  ihrer Verehrung und ihres Respekts.

 

T.: Daniela Schwan

Fotos: Artistas-Film

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