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Neuer Museumsrundgang DomQuartier Salzburg eröffnet am 17. Mai 2014

Das neue Museumshighlight DomQuartier Salzburg (©Foto: DomQuartier/HG Esch)
Das neue Museumshighlight DomQuartier Salzburg (©Foto: DomQuartier/HG Esch)

Mit dem Domquartier setzt Salzburg ab 17. Mai 2014 (Eröffnung) ein einzigartiges Highlight im Herzen der Stadt: Das ehemalige Zentrum fürsterzbischöflicher Macht, der Komplex aus Residenz und Dom, ergänzt um das Benediktinerkloster St. Peter wird erstmals nach 200 Jahren wieder als Rundgang erlebbar gemacht.

Himmel und Erde in einer Hand

Bis 1803 ist Salzburgs Geschichte wesentlich von drei Faktoren geprägt: der territorialen Unabhängigkeit von den umgebenden Mächten, einer soliden, wirtschaftlichen Basis aufgrund von Salz-, Metall- und Edelsteinvorkommen und der Herrschaft der Fürsterzbischöfe, die mit absolutistischem Anspruch über „himmlische und irdische“ Belange der Bevölkerung regierten.

Der Gebäudeverbund aus Residenz und Dom war seit dem Mittelalter der Mittelpunkt des Landes und sichtbarer Ausdruck der Macht der Fürsterzbischöfe. Diese Umstände erlaubten dem Land vom 8. bis ins 18. Jahrhundert eine dauerhafte, eigenständige, kulturelle und politische Blüte. Das reiche Erbe der Romanik, der Gotik und vor allem des Barock zeugt noch heute von diesem Glanz. Das unmittelbar an diesen Komplex angrenzende Benediktinerkloster St. Peter wurde zu Beginn der mittelalterlichen Geschichte Salzburgs gegründet und trug seitdem maßgeblich zur Entfaltung des reichen Kultur- und Geisteslebens bei.

Erstmals nach 200 Jahren auf den Spuren der Fürsterzbischöfe wandeln

Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun gehört zu den bedeutendsten Bauherren des barocken Salzburg und prägte in seiner 14-jährigen Regierungszeit (1654–1668) das Bild der Stadt. Er ließ die Dombögen errichten, den Residenz- und Domplatz gestalten sowie eine Gemäldegalerie – die heutige Lange Galerie der Erzabtei St. Peter – bauen. So schuf er jenen Rundgang, der durch den damaligen Museumsreferenten und heutigen Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer in Umsetzung des von Dr. Dieter Bogner (bogner.cc) 2006 ausgearbeiteten Salzburger Museumsleitplans nach 200 Jahren erstmals wieder zugänglich gemacht wird.

Ausblicke und Einblicke

Das Domquartier ermöglicht einen Weg um den Domplatz in der „oberen Etage“ und gewährt neue und imposante Ausblicke auf die Stadt und die Stadtberge sowie unbekannte und prachtvolle Einblicke in ihr kulturelles Herz. Herrschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Architektur werden in einem einzigartigen Zusammenspiel präsentiert.

Zeitreise in den Barock

Die barocken Kunstschätze der Residenzgalerie, des Dommuseums, der Erzabtei St. Peter und des Salzburg Museum bilden in Zukunft die Grundlage für einen Barock-Schwerpunkt in Salzburg. „Salzburg ist nördlich der Alpen die Barockstadt schlechthin, aber weder aus touristischer noch aus musealer Sicht ist das Thema Barock bisher in Salzburg entsprechend aufgearbeitet und präsentiert worden. Unser Ziel ist es, dass man auch der Museen wegen nach Salzburg reist. Die Mischung aus Architektur, weltlicher Schönheit und kirchlicher Pracht ist etwas weltweit Besonderes“, so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

Mit einer einzigen Eintrittskarte

Auf dem Weg, der 200 Jahre verschlossen war, erleben Besucherinnen und Besucher die Prunkräume der Residenz, die Residenzgalerie, das Dommuseum, das Museum St. Peter sowie die Barocksammlung Rossacher des Salzburg Museum im Wechsel mit Sonderausstellungen der beteiligten Museen.

Prunkräume der Residenz – Weltliches Zentrum der Fürsterzbischöfe

Die Residenz zu Salzburg diente über Jahrhunderte als Regierungssitz, Wohnort und für Repräsentationszwecke. 15 glanzvolle Prunkräume versammeln 200 Jahre Herrschafts- und Stilgeschichte von der Renaissance über Barock bis zum Klassizismus: mit Deckenfresken von Johann Michael Rottmayr, hochbarockem Deckenstuck sowie wertvollen Spiegeln, Lustern, Uhren und Gemälden.

 

Residenzgalerie – Europäische Malerei von internationalem Rang

In 11 Sälen der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz werden Gemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts gezeigt. Bereits unter Fürsterzbischof Graf von Colloredo-Wallsee wurden Ende des 18. Jahrhunderts diese Räumlichkeiten als Gemäldegalerie genutzt.

 

Dombogenterrasse – Ausblick auf das barocke Zentrum Salzburgs

Als Verbindung zwischen Residenz und Dom bietet die Dombogenterrasse einen unvergleichlichen Ausblick auf den Dom- und den Residenzplatz und die daran anschließende bürgerliche Altstadt.

 

Nordoratorium – Sonderausstellungen mit Barockschwerpunkt

In dem mit aufwendigem Stuck ausgestatteten nördlichen Oratorium des Salzburger Doms finden Sonderausstellungen des Domquartiers statt. Zu sehen ist auch das künstlerisch reich dekorierte Rupertusoratorium.

Domorgelempore – Einblick in den geistlichen Mittelpunkt der Stadt

Der Salzburger Dom zählt zu den großartigen Monumentalbauten des Frühbarocks. Von der Orgelempore aus wirkt der Innenraum des Doms in seiner vollen Pracht.

Dommuseum – Kunstschätze aus 1.300 Jahren

Das Museum zeigt Goldschmiedearbeiten, Textilien, Gemälde und Skulpturen vom Mittelalter bis zum Barock aus dem Dom und Salzburger Kirchen.

Kunst- und Wunderkammer – Objekte und Kuriositäten aus Natur und Kunst

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die 1974 rekonstruierte fürsterzbischöfliche Kunst- und Wunderkammer. Die originalen Schaukästen des 17. Jahrhunderts bergen eine Fülle staunenswerter Artefakte.

Lange Galerie – Eindrucksvolle 70 Meter mit herausragenden Stuckarbeiten ausgestattet

Die Lange Galerie wurde 1657–1661 errichtet. Bis zum Ende des Erzstifts diente sie als Gemäldegalerie der Erzbischöfe. In dieser Tradition sind heute wieder großformatige, religiöse Gemälde aus der Kunstsammlung der Erzabtei St. Peter zu sehen.

Museum St. Peter – Kunstschätze aus dem ältesten Kloster im deutschen Sprachraum

Die überaus reiche Kunstsammlung des Benediktinerklosters St. Peter umfasst geschätzte 40.000 Exponate. Das Museum gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte: St. Peter und die Kunst, St. Peter und die Musik, St. Peter in Geschichte und Verfassung.

Franziskanerkirche – Einblick in eine der ältesten Kirchen Salzburgs

Der Rundgang gewährt einen Einblick in das Innere der Franziskanerkirche und ermöglicht die eingehende Betrachtung des berühmten gotischen Sternrippengewölbes.

Öffnungszeiten

Täglich, außer Dienstag, von 10–17 Uhr geöffnet

Im Juli und August täglich geöffnet

Preise

Eintritt (inkl. Audioguide)   Vollbetrieb         Teilbetrieb*

Erwachsene    €  12,00    €  10,00

Kinder     €   5,00      €   4,00

Ermäßigt     €    10,00    €   8,00

Familie     €   27,00     €   22,00

Adresse: Domquartier, Residenzplatz 1 & Domplatz 1a, 5020 Salzburg

Tel.: 0662-8042-2109 – domquartier@salzburg.gv.at

www.domquartier.at

Salzburg: christliche und jüdische Kirchen feiern ein fast gemeinsames Osterfest

2012 feiern die meisten orthodoxen beziehungsweise byzantinischen wie die römischen beziehungsweise westlichen Kirchen sowie die Juden das Osterfest zum selben Termin, am 8. und 9. April 2012. In einem Vergleich zeigen sich gemeinsame Wurzeln und vielerlei Zusammenhänge der Bräuche, wie im Kalender der Religionen der Salzburger Volkskultur nachzulesen ist.

Als Frühlingsfest weist Ostern besonders auf den Neuanfang hin. Seine Gestaltung unterlag vielen Wandlungen. Vorbild für das christliche Osterfest war das jüdische Pessach (Passah-Fest), das am 14. Nissan nach dem babylonischen Mondkalender gefeiert wird. So ist auch das christliche Ostern ein bewegliches Fest, das auf den Sonntag nach dem Frühlingsvollmond fällt. So hat es das Konzil von Nizäa (2. Session) im Jahre 325 nach Christus festgelegt.

Schon im 2. Jahrhundert hatte sich ein Gedenken an das Leiden Christi entwickelt. Bald kamen die nächtliche Feier, die Taufnacht und ab dem 4. Jahrhundert die Auferstehungsfeier dazu.

Gedenken an den Exodus

Das jüdische Pessachfest gedenkt des Auszugs der Juden aus der Gefangenschaft in Ägypten, wie er im Alten Testament, 5. Buch Mose, Exodus, beschrieben wird. Es wird heuer vom 7. bis zum 14. April gefeiert. Am Sederabend wird die Geschichte des Auszugs aus Ägypten, die Pessach-Haggada gelesen. Diese Geschichte hören die Christen an den Kartagen.

Denn der Exodus gilt den Christen als Vorläufergeschichte zum Erlösungswerk, weil er den Aufbruch des erwählten Volkes ins Gelobte Land erzählt. Das Ostergeschehen wird im Neuen Testament unter anderem in allen vier Evangelien berichtet.

Andere Kalender, andere Sitten

Die Orthodoxe Kirche (orthodox bedeutet: die richtige Lehre, Trennung von der Römischen Kirche im Jahr 1054) berücksichtigt die gregorianische Kalenderreform nicht durchgehend (Alter beziehungsweise ab 1923/1924 Neuer Kalender der Orthodoxen Kirchen).

Daher differieren die Termine des orthodoxen beziehungsweise byzantinischen beziehungsweise griechischen Osterfestes in manchen Jahren zu jenen der westlich-christlichen Kirchen. 2012 wird das Osterfest nach dem gregorianischen Kalender am 8. April 2012 gefeiert und nach dem julianischen Kalender (unter anderem der russischen, griechischen, serbischen und rumänischen Kirchen) am 2. April 2012, das ist der 15. April nach dem gregorianischen Kalender.

Hauptfest des Jahres

Ostern ist für das gesamte Christentum das Hauptfest des Jahres und das Bekenntnis zu zentralen Glaubensinhalten, die im Glaubensbekenntnis seit dem 4. Jahrhundert formuliert sind. Dazu gehört der Glaube an die Auferstehung und Himmelfahrt von Jesus Christus, dem Gottessohn, der Glaube an das ewige Leben, an die Erlösung der Menschheit von der Erbsünde und die Auferstehung von den Toten.

Das für den österreichisch-bayerischen Raum typische katholische Kirchenlied „Der Heiland ist erstanden, befreit von Todesbanden“ bringt das Osterwunder freudig zum Ausdruck. Die West- und Ostkirchen verwenden die Botschaft des Engels an die Frauen beim leeren Grab „Christus ist wahrhaft auferstanden„. Viele evangelische Gemeinden singen das traditionelle Osterlied „Christ lag in Todesbanden“ von Martin Luther.

Der Kalender der Religionen im Lande Salzburg des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde fasst staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften, deren Mitglieder im Land Salzburg mehr als 0,01 Prozent der Bevölkerung ausmachen, zusammen. Als Grundlage dienen die Volkszählung von 2001 und die Anpassungswerte für Salzburg von 2008.

Quelle: Landeskorrespondenz Salzburg